Nachttraining vor Olympia geschafft

Nachttraining vor Olympia geschafft

In der vergangenen Woche habe ich jeden Abend von 21 Uhr bis 22.30 Uhr im Darmstädter Nordbad trainiert, um mich auf die späten Wettkampfzeiten in Rio vorzubereiten. Dabei wurde ich bestens von meinem Trainer und auch von Vereinskollegen unterstützt, die immer wieder gemeinsam mit mir zu später Stunde ins Becken stiegen. Nach den Nacht-Serien musste ich jeden Abend bis ca. 1 Uhr aufbleiben, um dann endlich meine Portion Schlaf zu bekommen.

Warum das Ganze? In Brasilien wird es derzeit bereits gegen 18 Uhr dunkel, unsere Läufe finden jedoch meist in den Abendstunden bis 22 Uhr statt. Damit der Körper nicht aufgrund der einbrechenden Dunkelheit in den Schlafmodus übergeht, müssen sich alle Athleten ganz besonders vorbereiten, indem sie die Leistungserbringung in die Abendstunden trainieren.

Während dieser Beitrag online geht, sitze ich bereits im Flieger nach Brasilien, wo wir uns in den nächsten Wochen im Trainingslager an die örtlichen Bedingungen anpassen und akklimatisieren, um dann in der ersten Augustwoche nach Rio „umzuziehen“. Meine Königsstrecke über 200m Brust findet mit Vor- und Endläufen am 09. und 10. August statt.

Ich bin bestens vorbereitet und bin jetzt sehr gespannt, wie die Olympiade verlaufen wird. Drückt mir die Daumen! Und danke an alle, die mich nah und fern unterstützen – das ist auf jeden Fall Gold wert ;)!

Europäische Kurzbahnmeisterschaften im Dezember 2015 in Israel – Weltjahresbestzeit und Goldmedaille in einem

Europäische Kurzbahnmeisterschaften im Dezember 2015 in Israel – Weltjahresbestzeit und Goldmedaille in einem

Geschafft! Die Europäische Kurzbahnmeisterschaften waren ein voller Erfolg für mich, wobei ich natürlich nie allein nach der Metallfarbe gehe, sondern immer reflektiere, was wie gelaufen ist. Sonst könnte ich nie etwas verbessern. Mein Job ist es, meine Leistungen zu steigern, und wie viele andere Menschen auch, will ich meinen Job gut machen. Das ist mir wichtig.

Die EKM stellen den Höhepunkt der Wintersaison für uns Spitzenathleten im Schwimmsport dar. Wie jedes Jahr beginnt das Training dafür im Spätsommer. Dann wechseln wir von der Langbahn auf die Kurzbahn und stellen unser Können auf 25m-Bahnen unter Beweis. Ich selbst empfinde die Kurzbahn-Saison immer entspannter, was vor allem daran liegt, dass die Kürze der Bahnstrecken weniger Kraft bedürfen. Dafür muss man vermehrt an seiner Technik und Taktik arbeiten. Ich brauche nur ca. fünf bis sechs Armzüge auf der kurzen Srecke und muss daher meine Wenden an den anderen Rhythmus gekonnt anpassen. Das hat dieses Mal zum Beispiel nicht ganz so hingehauen, wie es sein sollte. Und das ärgert mich dann natürlich auch.

Außerdem arbeiten wir an einer anderen Atmung. Denn bei einer Distanz von 400m bin ich ca. 180m nur unter Wasser. Für mich fühlt sich das Rennen durch die vielen Wenden und die langen Gleitzeiten unter Wasser bedeutend schneller an, als auf der Langbahn. Ich komme bei den Kurzbahnrennen daher immer mehr schnell in ein Flowgefühl. Was ich besonders bei den Kurzbahnmeisterschaften mag, ist die sensationelle Stimmung am Beckenrand. Hier versammelt sich die Menge rund ums Becken und unterstützt mit grandiosen Zurufen über die ganze Strecke hinweg. Das hat schon was.

Ich freue mich jetzt auf jeden Fall über einen weiteren erfolgreichen Wettkampf auf dem Weg nach Rio. Nach der WM war Netanya noch mal eine gute Bestätigung für mich und zeigt mir, an welchen Stellschrauben noch gedreht werden kann.